Posts mit dem Label Kultur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kultur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 17. November 2008

Böse Tauben

Die Joseonwangjosillok (Wahre Aufzeichnungen über die Joseon-Dynastie) gilt wohl zurecht als die detaillierteste historische Aufzeichnung der Weltgeschichte und wurde im Zuge der Schaffung des Weltdokumentenerbes sofort in der ersten Runde zum Weltdokumentenerbe hinzugefügt.
.
Ein Grund hierfür war wiederum aber auch ein Faktum, das in der koreanischen Geschichte eher selten ist: Die komplette Überlieferung des historischen Werkes samt einiger Rohfassungen und Aufzeichnungen über die Aufbewahrung und Archivierung.
.
Dass dieses Erbe in seiner langen Geschichte immer wieder Bedrohungen durch einfallende Mandschuren und Japaner ausgesetzt war und die Aufbewahrungsorte immer wieder verlegt werden mussten, gehört in Korea zumindest zum Allgemeinwissen. Die größte Bedrohung aber begegnete der Chronik bereits vor dem Einfall der Barbaren und diese Geschichte habe ich heute durch Zufall gelesen.
.
Während der Regentschaft seiner Majestät Jungjongs (Reg. 1506-1544), der übrigens ganz nebenbei der König ist, der Daejanggeum als Leibärztin hatte, wäre die Chronik nämlich fast verloren gegangen als die Lagerstätte fast komplett abfackelte.
.
Der Grund?
.
Eine dumme Taube hatte sich verflogen und Chaos angerichtet. Den Rest kann ich mir nicht zusammenreimen. Entweder hat die Taube die Lampen umgestoßen oder die Leute, die sie rausscheuchen wollten, waren es.
.
Fest steht: Tauben sind die Ausgeburt des Teufels und verantwortlich für große Katastrophen. Tauben müssen allesamt ausgerottet werden und die Wiedergeburt von Seelen als Tauben muss unterbunden werden.
.

Sonntag, 25. Mai 2008

GoStop

.
GoStop 고스톱
.
.
Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem ich Lust habe etwas weiter auszuholen und ähnlich wie damals beim Beitrag über Trot (Teil 1, Teil 2) möchte ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, da es zum Thema des heutigen Beitrags keine brauchbaren Quellen auf deutsch gibt, ja nicht mal auf Englisch finden sich zusammenhängende Informationen.
.
Im Folgenden werde ich also über "Interkulturelle Transformationsprozesse populärer Komtemplationsalternativen mit konkreter Fallstudie" referieren und dafür hat Lehrer Gom sich das schöne Thema GoStop herausgesucht.
.
Was ist GoStop überhaupt?
.
GoStop (고스톱) ist der bekannteste Name des bekanntesten koreanischen Kartenspiels, das ausserdem auch noch unter dem Namen Godori (고도리) bekannt ist. GoStop ist die klassische Version für 3 (oder mehr) Spieler, während Matgo () die Version heißt, die man zu zweit spielen kann. Oft wird das Spiel fälschlich auch als Hwatu bezeichnet, doch dies beruht auf einem grundlegenden Missverständnis, das im folgenden dargelegt wird. Für den gesamten Artikel gilt, dass es ausser einer aufsehen erregenden Arbeit eines Professors von der Gongju-Universität keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, die einem weiterhelfen. Wenn ich von den Spielen rede, dann von der Standardversion wie sie mir beigebracht wurde. Es gibt jedoch in jeder Region, ja in jeder Familie Variationen. In 99% der Fälle werden sich die grundlegenden Infos jedoch mit dem in Korea allgemein verbreiteten Spiel decken.
.
Womit wird gespielt und seit wann?
.
Alle oben genannten Varianten werden mit dem gleichen Set an Karten gespielt, das nach seinem Thema Hwatu ( ) genannt wird, d.h. Blumenkarten. Und dabei sind wir schon am heikelsten Punkt der ganzen Thematik angekommen, nämlich der Herkunft des Spiels. Trommelwirbel. Wie viele moderne Zeitvertreibe ist auch das Kartenspielen keine traditionelle Beschäftigung der Koreaner und das, was wir heute als Hwatu bezeichnen, ist eine nur teilweise veränderte Form der japanischen Hanafuda-Karten, die dort seit einiger Zeit populär waren, bevor sie entweder in der Kolonialzeit oder bereits einige Zeit davor nach Korea kamen. Vieles spricht dafür, dass über den Kontakt mit Händlern aus Tsushima zunächst im Südosten Koreas die dortigen Händler und zwielichtigen Personen mit dem Spiel in Berührung kamen und von dort aus die Verbreitung weiter ging, sodass das Spiel heute in Korea eines der beliebsten überhaupt ist und selbst an hohen Feiertagen zum Programm gehört.
.
Früher aber haben Kartenspiele in Korea den Charakter von illegalem Glücksspiel gehabt und insbesondere für gebildete Menschen galt Kartenspielen, noch dazu um Geld, als inakzeptabler Zeitvertreib. Genau genommen wird es aber auch heute noch als unschicklich angesehen, insbesondere wenn jüngere Damen sich dem Spiel hingeben.
.
Die Ursprünge des heutigen Spiels sind wohl auf portugiesische Karten zurückzuführen, die im 17. Jahrhundert nach Japan kamen und sich dort bald größter Beliebtheit erfreuten. Dass Hanafuda schließlich exportiert werden konnte, hat auch etwas mit der Lockerung des Glücksspielverbotes in Japan zu tun, da Hanafuda als zu lang und umständlich angesehen wurde, um als illegales Glücksspiel um Geld zu gelten. Interessanterweise hat mit der Massenproduktion der Karten eine uns wohlbekannte Firma damals ihr erstes Vermögen gemacht: Nintendo, das damals schon in dem Bereich aktiv war.
.
Die 48 Karten, die noch heute standardmäßig in Korea im Gebrauch sind, sehen folgendermaßen aus:
.

.
Zusätzlich haben die Koreaner in das Spiel noch zusätzliche Joker in unermesslicher Fülle und Variation hinzugefügt, die ich aber in dieser Betrachtung nicht weiter erwähne - meistens spiet man ohnehin ohne sie. Darüber hinaus gibt es aber - teil aus künstlerischem, teils aus nationalistischem Interesse heraus, auch Bestrebungen aus den traditionell japanischen Formen der Karten auszubrechen und eigene Motive zu finden.
.
Dies sieht dann im Falle eines jugendlichen Hwatus im Comicstil so aus:
.

.
Und im Falle des Versuches der Koreanisierung der Hwatu-Kultur dann folgendermaßen, die passende Erklärung zu allen Karten findet man auf Koreanisch hier.
.


.
Was zeigen die Karten?
.
Insgesamt gibt es also 48 Karten. Diese sind aufgeteilt in 12 Sets a 4 Karten. Die 12 verschiedenen "Blumen"-Sets des Spiels stehen für den Zyklus eines Jahres aus 12 Monaten. Jedes Set von 4 Karten ist wiederum neben der Monatsblume mit verschiedenen besonderen Elementen geschmückt, z.B. Flaggen, Tiere oder auch sogenannte "Gwangs", d.h. Lichterglanz.
Der oben gezeigten Reihe der Karten von oben nach unten sind die 12 Sets:
.
Januar - Songhak (Kranich)
Februar - Maejo ("Pflaumenvogel")
März - Botggot (Kirschblüte)
April - Heukssari (Schwarzer Buschklee)
Mai - Nancho (Orchidee, jedoch Übersetzungsfehler aus dem Japanischen)
Juni - Moran (Pfingstrose)
Juli - Hongssari (Roter Buschklee)
August - Gongsan (Kahler Berg)
September - Gukjun (Chrysantheme)
Oktober - Danpung - (Herbstlaub bzw. Ahorn)
November - Odong - (Blauglockenbaum)
Dezember - Bi - (Regen)
.
Insbesondere der Dezember ist für seine vielen Ausnahmen bekannt, aber auch im September und November sind Besonderheiten zu beachten. Während die Monate wichtig sind, um Karten zu sammeln, bestimmen die Motive der gefangenen Karten die Endpunktzahl.
.
Die Motive sind:
.
5 Gwang - "Lichterglanz", gekennzeichnet durch das Hanja für Licht(strahl), Glanz 光
9 Yeolggeut - "Tiere" , hierbei ist zu beachten, dass das Mai-Motiv "Steg" auch als Tier, nämlich als Fisch unter den
10 Ddi - "Flaggen", 3 rote Flaggen mit Schrift (Hongdan), 3 blaue Flaggen mit Schrift (Cheongdan) und 4 rote ohne Schrift (Chodan), von denen die Dezember-Chodan nicht ins 3-er-Set der Chodans gehört.
Und dazu schließlich Pi, d.h. Blumenkarten ohne jegliches Motiv
.

Wie wird gespielt
.
GoStop ist ein sogenanntes Angelspiel, d.h. man versucht durch das "Angeln" von Karten seine Punktzahl zu erhöhen, wobei man hierfür Paare aus dem gleichen Monat sammeln muss.
.
Das Spiel heisst deshalb GoStop, weil man sich mit einer bestimmten Punktzahl das Recht erwirbt, entweder "Go" zu sagen, d.h. das Spiel fortzusetzen mit der Chance auf noch mehr Punkte bei gleichzeitigem Risiko alles zu verlieren oder das Spiel als Gewinner sofort abzubrechen.
.
Den Spielablauf erkläre ich für die 2-Spieler-Version Matgo. Diese wird mit jeweils 10 verdeckten Karten auf der Hand und 6 offenen Karten auf der Fläche (Badak) gespielt, die für jeden zugänglich sind und die zu angelnden Objekte darstellen. Dann wird abwechselnd gezogen, bis keiner mehr Karten hat oder bis einer Stop gesagt hat.
.
Gezogen wird, indem man mit einer seiner 10 Hand-Karten eine Karte des passenden Monats fängt und anschließend vom Stapel (Deomi) eine Karte zieht. Passt diese ebenfalls zu einer Karte auf der Fläche, darf er diese ebenfalls zu seinen Karten nehmen, die jedoch getrennt von den Hand-Karten offen hingelegt werden.
.
Wie erhält man Punkte
.
Lichter (Gwang)
2 Gwang + Regenmann = 2 Pkt
3 Gwang ohne Regenmann = 3 Pkt
3 Gwang + Regenmann = 3 Pkt
4 Gwang + Regenmann = 4 Pkt
5 Gwang = 15 Pkt

.
Der "Regenmann" ist der Gwang aus dem Dezember-Set
.
Flaggen (Ddi)
3 blaue Flaggen (Cheongdan) = 3 Pkt
3 rote Flaggen (Hongdan) = 3 Pkt
3 normale leere Flaggen (Chodan) = 3 Pkt
Ab 5 Flaggen = 1 Pkt für jede weitere (Beispiel: 6 Flaggen, 2 Pkt)
.

Tiere (Yeolggeut)
Ab 5 Tiere = 1 Pkt für jedes weitere (s.o.)
Drei normale Vögel (Godori) = 5 Pkt (d.h. Dezember-Vogel zählt hier nicht mit!)
.

Leere (Pi)
.
Ab 10 Pi = 1 Pkt für jede weitere
.
Mithilfe dieser recht komplizierten Punkteverteilung muss man seinen Karten entsprechend jede Runde eine neue Sammelstrategie überlegen und genau dies macht den Reiz des Spiels aus. Zudem gibt es eine Menge Sonderfälle, die einen voranbringen, aber auch zurückwerfen können.
.
Was gibts sonst noch?
.
Einige Sonderfälle bescheren einem den Sieg, wobei es oft so ist, dass man zunächst einen Nachteil hat, wenn einem dieser aber nichts anhaben kann, wird man im Endeffekt dafür belohnt. Auch dadurch entstehen im Spiel schnell Situationen, die das Spiel komplett drehen und mit einem Zug sicher geglaubte Siege in traurige Niederlagen verwandeln können.
.
4 Karten eines Monats auf der Hand: Chongtong (Führer) = Sofortiger Sieg mit 10 Pkt
3 Karten eines Monats auf der Hand: Hûndûm (Wackeln) = Gewinn verdoppelt
Bbôk = In einem Zug 3 Karten gestapelt (Keine Konsequenzen zunächst)
Sam-yôn-bbôk ( = 3 mal Bbôk) 3 mal drei Karten gestapelt = Sieg mit 7 Pkt

1 Pi vom Gegner erhält man bei:

.
Alle vier von einem Monat in einem Zug gesammelt (Ddadak)
Abgeworfen und dazu passende Karte gezogen (Jjok

Den Tisch in seinem Zug leer gemacht (Sseul)
Passende 3 Karten zu Karte auf dem Tisch (Poktan)
.
Punkterechnung
.

Ziel des Spiels ist also bei Matgo 7, bei Gostop zuerst 3 Punkte zu erreichen, um damit das Recht zu haben entweder Go zu sagen und noch mehr Punkte zu sammeln oder Stop zu sagen und damit das Spiel mit einem sicheren Sieg zu beenden. Goldene Regeln gibt es hierbei nicht; für eine Bewertung der Aussichten sind konkret die eigenen Karten, die des Gegners, das auf dem Tisch liegende und der Stapel nötig. Aber alle Berechnungen können trotzdem keine Sicherheit liefern - auch wenn Koreaner durch ihre Spielweise genau das zu implizieren versuchen.
.
Erst durch das dritte Go zahlt sich der Sieg wirklich aus, jedoch muss man dabei beobachten, ob der Gegner nicht vielleicht so schlecht ist, dass es sich lohnt auch früher Stop zu sagen (s. Pibak und Gwangbak). Dementsprechend muss man also nicht nur die eigenen Punkte und Karten, sondern immer auch die des Gegners im Blick haben, um zu entscheiden, was für einen selbst die beste Alternative ist.
.
Gohwitsu (Anzahl der Gos)
1 x Go = + 1 Pkt
2 x Go = + 2 Pkt
3 x Go = Punktzahl x 2
4 x Go = Punktzahl x 4
5 x Go = Punktzahl x 5
.
Gobak = Trotz Go verloren = Pkt x 2 (für Gegner)
Pibak = Der Gegner hat unter 8 Pi = Pkt x 2
Gwangbak = Der Gegner hat kein Gwang = Pkt x 2
Môngbak = Man hat selbst 7 Tiere = Pkt x 2
.
Die vielen Verdopplungsmöglichkeiten bei der Endabrechnung können bei einem guten Ergebnis nach eigenen Karten (meist zwischen 7 und 15 Pkt) das Ergebnis am Ende teils in schwindelerregende Höhen treiben, was beim Spiel um Geld auch schnell in den Ruin treiben kann. Normalerweise aber spielt man mit Beträgen wie 10 Won pro Punkt, sodass sich der Ruin eher in einer Flasche Soju weniger widerspiegelt.
.
Der letzte Sonderfall nennt sich Nagari, d.h. nach 10 ausgespielten Karten bei beiden Spielern hat niemand die nötigen 7 Punkte erreicht, um Go/Stop zu sagen. Dann werden in der nächsten Runde die Punkte ebenfalls verdoppelt. Beim Punkteanschreiben werden meist nur die Punkte des Gewinners berücksichtigt aber aus Vergleichsgründen können auch die Punkte der Verlierers interessant sein.
.
Persönlich war mein bestes Ergebnis eine Runde 168 zu 0. Normalerweise bewegt es sich aber in deutlich niedrigen Regionen.
.
Mein Fazit
.
GoStop ist: Glück, Kommunikation, Täuschung, Taktik, Sammeln, Verlieren, Gewinnen, Wegschnappen, zu früh gefreut und wer zuletzt lacht, lacht am besten.
.
GoStop ist kurzweilig, weil es viele taktische Möglichkeiten bereit hält, das Glück in seine Richtung zu lenken. Es ist dabei aufgrund der Mischung aus Glück und Taktik gleichzeitig auch sehr geeignet für Anfänger, da sich auch gegen gute Spieler zunächst Erfolgserlebnisse einstellen werden.
.
GoStop schult. Beobachten des Gegners, Wahrscheinlichkeiten ausrechnen und im Endeffekt merken, dass doch wieder alles ganz anders gelaufen ist, das ist auch GoStop.
.
GoStop ist Entspannung und Aufregung: Je nachdem, ob man die Karten haut, die Züge kommentiert oder einfach ruhig seine Kärtchen sammelt, kann GoStop für alle Gemütslagen das passende Spiel sein. Von Krieg bis Patience hat GoStop alles, was ein gutes Spiel braucht.
.
Kurzum GoStop hat für alle etwas, deshalb 한 판 할래? (Han pan hallae? Ein Spielchen gefällig?)
.

Montag, 15. Oktober 2007

In Korea faellt ein Buddha um

.
In Korea faellt ein Buddha um
.
Koreanische Kultur, das ist, wenn ein Fels in Gyeongju umfaellt und den Leuten auffaellt, dass auf der Unterseite dieses Felsens eine 1300 Jahre alte Buddhastatue ist und vollkommen unversehrt von Witterung und sonstigen Spuren der Zeit diese 13 Jahrhunderte ueberdauert hat.
.

Dienstag, 15. Mai 2007

서시

.
서시
.
Am Montag sind wir im Leseverstaendniskurs mal wieder ganz speziell geworden und haben verschiedene Formen von Gedichten besprochen, so z.B. auch ein Sijo.
.
Und ein sehr bewegendes Gedicht aus der Kolonialzeit, was wir schliesslich auch auswendig lernen sollten. Wie so oft in Zeiten der Unterdrueckung, musste man seine Kritik versteckt ausdruecken und das ist in diesem Gedicht geschehen. Himmel, Sterne, Wind und Nacht stehen fuer verschiedene Dinge in Zusammenhang mit dem Leben in der Kolonialzeit. Wenn ihr eine Idee habt, wofuer, schreibt es als Kommentar.
.
Ein weiteres Spezifikum dieses Gedicht ist, dass es ausschliesslich mit reinkoreanischen (순한국어) Vokabeln verfasst wurde.
.
Das Gedicht stammt vom Dichter Yun Dong-ju (윤동주). Er starb Anfang 1945 nach einjaehriger Haft in einem japanischen Gefaengnis an den Experimenten, die die Militaeraerzte an ihm durchfuehrten. Sein Cousin ueberlebte die Haft und konnte spaeter davon erzaehlen.
.
서시
Erstes Gedicht (einer Reihe)
.
죽는날까지 하늘을 우러러
Bis ich sterbe, schaue ich hinauf zum Himmel
한 점 부끄럼이 없기를,
nicht ein einziges Mal schaemen.
잎새에 이는 바람에도
Selbst der Wind in den Blattern
나는 괴로워했다.
bereitete mir Schmerz.
.
별을 노래하는 마음으로
Mit einem Herz, das die Sterne besingt
모든 죽어 가는 것을 사랑해야지
sollte ich alles Vergaengliche lieben
그리고 나한테 주어진 길을 걸어가야겠다.
und ich sollte den Weg, der mir gegeben, gehen
.
오늘 밤에도 별이 바람에 스치운다.
Auch heute Abend wischt der Wind die Sterne weg.
.
Neue Vokabeln fuer Anfaenger
.
별 - Stern
바람 - Wind
밤 - Abend
하늘 - Himmel
마음 - Herz
길 - Weg
날 - Tag
죽다 - sterben
부끄럼 - Scham
오늘 - heute
잎새 (잎사귀) - poetischer Ausdruck fuer "Blatt"
우러르다 - hinaufschauen, aufschauen
한 - eins, ein
점 - Punkt
없다 - nicht vorhanden sein, fehlen
나 - ich
것 - Sache, Ding
사랑 - Liebe
하다 - machen, tun
그리고 - und
주다 - geben
(걸어)가다 - entlanggehen, gehen, laufen
.
Wie man sehr gut sehen kann, wird in diesem kurzen Gedicht, mit wenigen sehr einfachen Worten eine sehr intensive Stimmung erzeugt, die insbesondere wenn man mit den Metaphern etwas anfangen kann, sehr beklemmend wird.
.
Nicht wenige sehen in dem Gedicht zunaechst ein zwar trauriges, aber doch romantisches Gedicht, eine Ode an die Natur - und sind dann sehr beklommen, wenn sie die Hintergruende erfahren.
.

Montag, 26. März 2007

Yonsei-Zwerge!

.
Yonsei-Zwerge 연세꼬마들
.

Also irgendwie ist die Rivalitaet mit der Yeonsei noch krasser als ich gedacht hatte. Habe mich noch mal mit ein paar von der KU unterhalten und es gibt wohl so einige Gruppen, weshalb das so ist:
.
1. Tradition - Es ist Tradition, also fuehrt man es weiter, selbst wenn man gar nichts gegen die Yonsei hat
.
2
. Spaß - Es macht einfach Spaß ein Feindbild zu haben
.
3. Verbitterung - Einige sind echt auf dieser Uni und sind enttäuscht darüber, dass sie nicht an die Seoul Dae gekommen sind (oder eben auf die Yonsei) und versuchen ihren Wut nun abzulenken auf die Yonsei
.
4. Rache - Früher war die KU wirklich schlechter als die Yonsei und aus diesen Zeiten musste die KU sich viel Spott anhören; das wird jetzt, wo man mindestens gleich gut ist, doppelt zurückgezahlt, zumal auch die Yonsei nicht aufhört
.
Wie auch immer, ich finds lustig und mache bis zu einem gewissen Punkt auch mit, hauptsächlich aus Grund 1 und 2
.
Habe mir heute die CD mit allen Anfeuerungsliedern der KU gekauft und es gibt eigentlich nur Thema: Böse böse Yonsei, gute gute Godae.
.
Einige der lyrischen Perlen möchte ich euch deshalb nicht vorenthalten.
.
Lied 02) Zur Melodie des Volksliedes 뱃노래
.
즐거운 고연전 날에 연대생 우는 소리
지고가는 연대생이 처량도 하구나
.
Am freudigen Tag des Go-Yeon-Wettkampfes der Klang des Weinens der Yonsei-Schueler,
die vernichtend geschlagenen davonziehenden Yonsei-Schueler sind untroestlich
.
Lied 07) 꼬마야 (Hey Kleiner)
.
연세 꼬마야 왜 자꾸 틀리는거야
고연전이란 말이야 사투리 연고전이 아냐
.
Hey Kleiner von der Yonsei, warum machst du das staendig falsch
Es heisst „Go-Yeon-Jeon“, nicht dein Provinzdialekt „Yeon-Go-Jeon“
.
연세 꼬마야 막걸리 처음 마시니
첫잔에 벌써 뻗었니 맥주도 술이라고 마시니
.
Hey Kleiner von der Yonsei, trinkst du Makgeolli zum ersten Mal
Schon beim ersten Glas bist du fertig, nennst das Bier, das du trinkst, Alkohol
.
해마다 고연전이 아니라고 우기는 너의 어리광
매일 매일 술이 세다 떠들고 막걸리 한 잔도 못해
.
Jedes Jahr dein Weinen wie ein Baby, bestehst darauf, dass es nicht Go-Yeon-Jeon heisst,
Jeden jeden Tag macht der Alkohol dich bleich und du lallst, kannst nicht mal ein Glas Makgeolli trinken
.
Lied 13) 도망자 (Fluechtling)
.
열나게 도망가는 연세 그러다 자빠지는 연세
끝까지 쫓아 놀러 버려라 다시는 꿈쩍도 못하게
.
Fieberhaft fluechtende Yonsei und so auf den Ruecken fallende Yonsei
Verscheucht sie endgueltig so, dass sie keinen Aufruhr mehr machen koennen
.
연세 연세 도망가다
자빠져 도망가다 자빠져
고대 고대 통쾌하게 비웃어 통쾌하게 비웃어

Yonsei, Yonsei, flieht
Faellt auf den Ruecken, flieht, faellt auf den Ruecken
Godae, Godae lacht sie genussvoll aus, lacht sie genussvoll aus
.
Lied 23) Blue Monster

저언덕 신촌에 살고 있는 시퍼렇게 못생긴 블루몬스터
인간이 되려고 기를 쓰는 신촌의 불쌍한 블루몬스터
.
Auf diesem Huegel Sinchon lebt ein tiefblaues toedliches haessliches Blue Monster
Es nimmt alle Kraft zusammen, um ein Mensch zu werden das arme Blue Monster
.
블루몬스터 날려버리자
.
Lasst uns dieses Blue Monster endgueltig entsorgen
.

Donnerstag, 15. März 2007

Trot

.
Trot 트로트
.
Der regelmäßige Leser und Freund, weiß sicher, dass ich eine gewisse Affinität zu koreanischer Musik habe, und zwar zu ziemlich allen Genres, beginnend bei Pansori und Minyo über Trot bis zu Gayo.
.
Meine Leidenschaft ist aber zweifellos Trot und deshalb soll sich eines der seltenen inhaltlichen Postings von Lehrer Gom genau um dieses Thema drehen. Es wird nie für eine Hausarbeit herhalten können, aber mir setzen noch zu viele Leute die Musik mit Enka, dem koreanischen „Schlager“-Genre gleich.
.
Stellenwert
.
Trot hat natürlich bei jungen Koreanern etwa den gleichen Stellenwert wie Schlager in Deutschland, wenn es um die eigene Musikauswahl geht, aber kennen und singen können, das gehört auch für die Jugend zum Grundinventar des Erwachsenwerdens. .Hauptsächlich bleibt Trot deshalb das Genre für alle Straßenverkäufer dieser Nation, für jede Restaurantbesitzerin und jeden Lieferdienstfahrer, kurzum, Musik für das Volk.
.
Nicht zuletzt ist Trot auch eine Methode Koreanisch zu lernen: Einprägsame Rhythmen, einfache Texte, effektive Lernmethode durch Karaoke und dabei großer Spaßfaktor. Diese Lehrmethode wurde von mir entwickelt und von Lee Seo-gyu in seinem bekannten Buch
"Wenn man das Lehrbuch zur Seite packt, tanzen die Fremdsprachen" unter Angabe meines Namens beschrieben. Grins.
.
Geschichte
.
Dass Trot so sehr mit japanischer Musik in Verbindung gebracht hat, hat aber dies Mal weniger etwas mit japanischen Nationalisten, sondern ironischerweise gerade mit koreanischen Nationalisten zu tun, die behaupten, dass Trot unkoreanisch sei und von den Japanern aufgezwungen worden sei.
.
Wie praktisch jedes Feld hat sich aber natürlich auch die Musik trotz japanischer Besatzung weiter entwickelt und hierbei sowohl japanische als auch andere westliche Elemente aufgenommen.
.
Die Ursprünge sind jedoch schon in der Zeit des koreanischen Kaiserreichs zu suchen als westliche Einflüsse sich mit westlichen und japanischen Einflüssen vermischten und neben Pansori und Min-yo (Volksliedern) langsam aber sicher zu einem neuen Genre verbanden. Dass ebenso wie politisch und wirtschaftlich hierbei die japanischen Einflüsse stark waren, ist nicht zu bezweifeln, dass aber einfach eine japanische Kunstform übernommen wird, ist stark zu bezweifeln. Nach der Besatzung wirkten dann vor allem amerikanische Einflüsse immer stärker ein und nicht selten tauchten im Titel Wörter wie "Blues" oder "Jive" auf, auch die Melodien wandelten sich ein wenig, immer mehr wurde Trot zur "Tanzmusik" für die kleine aber wachsende Schicht, die sich Vergnügung leisten konnte, dies aber nicht auf amerikanischen Militärbasen tat.
.
Sängerinnen wie Lee Mi-ja (이미자), die allgemein als die Königin des Trots angesehen wird, aber bekamen auch oft Gegenwind, da insbesondere die Balladen sich doch zu stark an der damals in Japan ungemein populaeren orientierten, was so kurz nach der Kolonialzeit verpönt war. So wurden gar einige Lieder verboten, die zu japanisch gewesen sein sollen.
.
Nachdem die Welle der Tanzcafes abflaute, verkam Trot immer mehr zu einer Rummelmusik, die auf Kaffeefahrten, in Raststätten und kleinen Marktläden gedudelt wurde. Trot aber verschwand nie vollends, vor allem die Hausfrauen Koreas sorgten dafür, indem sie vornehmlich Kassetten kauften und die Sänger so über Wasser hielten.
.
Trot heute
.
Sie waren auch die ersten, die den neuen Trot für sich entdeckten, der vor allem als "Semitrot" bezeichnet wird, da nun junge Künstler die Bühnen stürmten. Der Hit "Eomeona" (Oh weh!) der neuen Sängerin Jang Yun-jeong stürmte die Charts und wurde in verschiedensten Umfragen zum beliebtesten koreanischen Lied aller Zeiten gewählt. Die Sängerin wurde mit Auszeichnungen überhäuft und ihre Alben verkauften sich wie warmer Reis.
.
.
.
Plötzlich wurde auch die Jugend aufmerksam und die Medien spielten wieder Trot. Insbesondere Jang hat einen großen jungen Fankreis. Es war klar, dass es nicht lange dauern sollte bis andere auf den Zug aufsprangen. Inzwischen gibt es einen eigenen Trot-Fernsehsender, Radiosender, die sich auf Trot spezialisieren und vor ein paar Wochen kam gar ein sehr erfolgreicher Film in die Kinos, in dem der Wandel eines Rocksängers zum Trotsänger als Komödie gezeigt wird, hier der Trailer dazu:
.
.
Die Diversität des Trot wurde immer deutlicher und lässt sich meiner Meinung nach grob folgendermaßen klassifizieren:
.
1. Ganz alter Trot (Sinminyo, Neue Volksmusik) - Hat heute kaum noch Anhänger, erinnert sicher auch zu stark an die Kolonialzeit
.
2. Klassischer Trot (Seongin Gayo, Erwachsenenmusik) - Hat heute wieder einige junge Anhänger, vor allem aber die Generation der Ajummas und Ajeosshis als Fans. Fast alle großen Stars gehören in diese Kategorie; sie sind landesweit ziemlich jedem bekannt. Zu ihnen gehören: Song Dae-gwan, Tae Jin-a, Lee Mi-ja, Jo Yong-pil, Sim Su-bong, Kim Heung-guk, Hyeon-suk, Na Hun-a, Kim Hye-yeon etc. etc. Diese Sänger sind allesamt seit Jahrzehnten im Geschäft. Es kommt nicht selten vor, dass ein Künstler im Fernsehen sein "40. Bühnenjubiläum" oder das "30. Album" feiert.
.
3. Zwischenform - Wird heute oft als Rummelmusik verwendet und zeichnet sich vor allem daraus, dass der Stil des alten Trot mit Techno vermischt wird. Oft bis ins Unerträgliche.
.
4. Semitrot bzw. New Trot - Im neuen Jahrtausend durch neue Künstler bekannt geworden, die unangefochtene Königin hierbei ist Jang Yun-jeong, aber auch Super Junior und LPG haben Plattenverkäufe zu verzeichnen. Der ebenfalls bekannte Popsänger Cha Tae-hyeon hat ebenfalls - wohl in Zusammenhang mit seiner Filmrolle - einige Trotlieder aufgenommen. Überhaupt gibt es mit Ausnahme von Jang wenige reine Trotsänger, vielmehr wird das Troterbe übernommen und durch behutsame Neubearbeitungen in die Moderne übernommen.
.
Eine extrem kranke Vergewaltigung des Trots durch die Boyband Super Junior sieht man hier "Reoggugeo" (in etwa zu uebersetzen als waertsrueck)
.

.
Na gut, es ist schon lustig, weil der Text zwar sinnlos ist, aber voll auf Klang ausgelegt ist.
.
Namensgebung
.
Woher der Name Trot eigentlich stammt, ist ziemlich ungeklärt. Natürlich aber gibt es verschiedene Theorien, von denen ausnahmsweise mal keine mit Japan zu tun hat.
.
Eine Theorie besagt, dass Trot vom charakteristischen Rhythmus kommt, der an den Trab eines Pferdes erinnert (Engl. Trot), was sehr wahrscheinlich ist, da einige Lieder tatsächlich anfangen wie ein Pferderennen.
.
Eine weitere Theorie über den Namen Trot, kommt schließlich zu der Auffassung, dass wegen der westlichen Einflüsse, die erstmalig in die koreanische Musik einwirkten, der Name Trot entstanden sei, in Anlehnung an die vom Rhythmus ähnliche Foxtrott-Musik.
.
Meist abwertend, manchmal aber auch einfach neutral verwendet, wird der Name "Bbongjjak"-Musik, der sich ebenfalls auf den Rhythmus bezieht. Wobei man Bbongjjak vom Koreanischen getrost ins Deutsche als "Uftata" oder "Bum Bum" übersetzen kann.
.
Charakteristika
.
Charakteristika des Trots sind natürlich, wie oben gezeigt aufgrund seiner Diversität schwierig zu definieren. Dinge, die jedoch typisch sind, kann man schon zusammenfassen.
.
1. Dramatik - Koreaner schwelgen in Leid und Schmerz, sodass auch die meisten der Balladen nicht einfach von einer verflossenen Liebe trällern, sondern meist echte Trennung verarbeiten. Dies jedoch meist mit für den Westler sehr abgenutzten Metaphern von Schiffen und Sonnenuntergängen etc. Hierbei gibt es meist eine Steigerung in Musik und Text.
.
2. Rhythmus - Viele Balladen haben einen Rhythmus, weshalb sie mit Enka verglichen werden, einen sehr orientalischen an der Fünftonmusik orientierten Rhythmus.
.
Die klassischen Stimmungslieder wie z.B. "Wenn du da bist, streng dich auch an" setzen auf eine Art Marschmusik, die manchmal geradezu martialisch erscheint.
.
Fröhliche Lieder wie "Tigerschmetterling" von Kim Heung-guk warten mit einer großen Zahl von Instrumenten von Trompete bis zu Xylophon auf.
.
Den meisten Liedern gemein ist aber der gerade zu Beginn und anschließend im Hintergrund immer wieder auftretende "Trippelrhythmus", eben jener "Trab", der eventuell für den Namen verantwortlich war.
Aber am einfachsten lässt sich der Rhythmus durch ein kurzes koreanisches Video erklären, bei dem Für Elise mit einem Trotrythmus unterlegt wird:
.

.
3. Präsentation - Trot wird meist auf eine großen glamourösen Bühne dargeboten, die auch bei kitschiger Dekoration nicht aufhört. Meist gibt es ein Orchester, bei fröhlicheren Liedern hat man auch Backgroundtänzer eingeführt. Die Sänger treten meist in Anzug oder bei Damen wallender Abendrobe, manchmal gar mit Nerz oder Stola auf.
.
4. Fans - Der "koreanische Country" wie er manchmal fälschlicherweise vom Klang her genannt wird, hat seine Fans tatsächlich meist auf dem Land, weshalb die meisten Großveranstaltungen in mittelgroßen Städten oder bei "Dinner Shows" stattfinden, wo alles, was noch krauchen kann, hinfährt.
Nicht zuletzt ist es auch ein beliebtes Mittel zur Belustigung der älteren Bevölkerung.
.
5. Texte - Die Texte sind natürlich über Liebe, Leid und ähnliches, aber es gibt meist eine größere Varietät, größeren Einfallsreichtum als bei den meisten modernen Popliedern. Im Gegensatz zum Pop, tangiert der Trot - obwohl ja ähnliche wie Schlager vor allem Unterhaltungsmusik, auch gesellschaftliche Themen. So erlangte die Sängerin Sim Su-bong Berühmtheit als eines ihrer Lieder als Lied über Park Chung-hee interpretiert wurde. Oft wird auch von den Umbrüchen in der Modernisierung gesungen. Trotzdem sind die Texte an sich leicht einprägbar und sie wiederholen sich sehr oft, d.h. der Fokus liegt meist auf einem Refrain, der immer wiederholt wird oder eine Catchphrase, die dann in verschiedenen Versionen wiederholt wird. Etwas Seltenes in moderner koreanischer Musik, der Wortwitz, der in alten Zeiten vor allem durch das Pansori transportiert wurde, taucht auch hier auf. Als Beispiel wäre das Lied "Sarangun Jangnani aniya" zu bringen.
.
Angucken
.
Und wenn ihr jetzt nach soviel Text noch mehr Trot hören wollt, gibt es hier ein paar Links:
.
Zum einen eine Trotsängeragentur, wo man sich einen Haufen Lieder anhören kann.
.
Und dann ein MBC Special, bei dem junge Popsänger und Comedians gegeneinander antreten, um den König des Trots zu bestimmen. Einfach grandios:
.
.

Donnerstag, 18. Januar 2007

Prinzessinnenkrankheit



.
Prinzessinnenkrankheit 공주병
.


Was ist die am weitesten verbreitete Krankheit Koreas? Deine Antwort ist Darmkrebs? Schon ganz gut…Herzinfarkt? Auch nicht schlecht! Aber der Tumor, der sich wirklich durch Korea frisst, ist die „Prinzessinnenkrankheit“ (공주병 公主病), eine Modeerscheinung seit den 90er Jahren, die sich immer rasanter auszubreiten scheint, da immer neue Unterformen entdeckt werden.
.
Symptome
.
Ein eigentlich recht durchschnittliches Mädchen, findet sich dank schmeichelnder Werbung, kitschigen Fernsehdramas und noch kitschigerer Liebesballaden so derart attraktiv, dass sie dies der ganzen Welt mitteilen muss. Meist finden sich diese Mädels nicht nur unglaublich attraktiv, sondern in mindestens gleichem Maße sehr intelligent und den Männern überlegen, sodass einige Experten auch von extremer Wahrnehmungsstörung sprechen, die in westlichen Kulturkreisen nur durch Drogenkonsum erzielt werden kann.
.
Verlauf
.
Meist beginnt die Krankheit nachdem die jungen Frauen ihren Körper entdeckt haben, also mit Anfang 20 in der Universität, wenn das Lernen aufgehört hat und man sich auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens wie Shopping und Karaoke konzentrieren kann. .Für Prinzessinnen sind willige Männer – meist ebenso durchschnittlich - da, um die Mädchen mit Anerkennung in Form von billigem Modeschmuck und sonstigen ebenso kitschigen wie barocken Aufmerksamkeiten zu versorgen. Sehr beliebt sind auch Pärchenoutfits, die sich ergänzen. Diese Männer sind jedoch nur kurzzeitige Wirtstiere, die Ernährungsweise der Damen ist parasitär, d.h. sie wechseln den Wirt, wenn er abgegrast ist, d.h. sich durch Kreditkartenminus das Leben ruiniert hat. Haben sich die Frauen erst einmal beim ersten Wirtstier mit genügend Luxusartikeln versorgt, setzen sie diese gezielt ein und versuchen damit an Geschäftsmänner heranzukommen, um den Wohlstand dauerhaft sicherzustellen.Forscher sind sich einig, dass der …ähm…Konfuzianismus…Kimchi..Ginseng…ehm…also dass der Nährboden für solcherlei Phänomene in Korea besonders fruchtbar ist und Japan daran Schuld ist, dass sich die koreanischen Damen nun als Prinzessinnen fühlen dürfen. Die Krankheit wird öffentlich gelebt, die Frauen bekommen ihre Anerkennung meist durch Raupen vor ihrer Metamorphose, d.h. Mittelschülerinnen und anderen Randgruppen der Gesellschaft.
.
Behandlung
.
In der Anfangsphase kann bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung mit gezielter Ansprache wie z.B. „Kann es sein, dass du dir die Prinzessinnenkrankheit eingefangen hast?“ (공주병 걸렸나?) noch viel erreicht werden, die Angesprochene wird eher schüchtern reagieren und versuchen dieses Verhalten in Zukunft nicht mehr zu zeigen. In fortgeschrittenem Stadium jedoch sind andere Dinge zu beachten.Kalter Entzug kann zu Kontaktabbruch und schwerem Psychoterror führen, daher muss eine langsame Entwöhnung stattfinden. Hierbei ist wichtig die Patientinnen von den Einflüssen der Popkultur sowie vor allem ihren den Einflüssen der Popkultur ausgesetzten Freundinnen fernzuhalten.Die Therapie ist langwierig und – wie neueste Studien zeigen – nur in den seltensten Fällen erfolgreich.
.
Schwere Formen
.
Auch als Prinzessinnenkrebs (공주암 公主癌) bezeichnete schwerste Verlaufsform der Krankheit. Sie wird allgemein als nicht heilbar eingestuft. Vorteil hierbei ist jedoch, dass die Krankheit in den Schüben der aktuellen Dramas läuft, da das konstituierende Element bei dieser Verlaufsform die Identifizierung mit dem weiblichen Hauptcharakter eines angesagten Dramas ist. Beliebt ist auch die Identifizierung mit einem Popstar, wobei der männliche Begleiter die Rolle des Managers oder Bodyguards übernehmen muss. Diese Formen sind an ihrem selbst im Vergleich zu den „normalen“ Prinzessinnen zickigen divenhaften Verhalten zu erkennen und ihrer aufreizenden Kleidung, die meist von dicken Sonnenbrillen abgerundet wird, damit die Prinzessin nicht erkannt wird.
.
Als einziger Rat kann hier gegeben werden: Ignorieren und weitergehen. Sollten Sie einmal einer solchen Prinzessin verfallen sein, überlegen sie ernsthaft Auswandern als letzten Ausweg.. Daneben hat sich in den letzten Jahren auch eine männliche Form, die Prinzenkrankheit (왕자병 王子病) herausgebildet, die als Antwort auf die übertriebene Teilemanzipation der Frauen gewertet werden kann. Allerdings sind solche Schönlinge meist nicht nur dem Spott ihrer eigenen Geschlechtsgenossen, sondern auch dem verpickelter Mittelschülerinnen ausgesetzt.
.

Samstag, 13. Januar 2007

Gisaeng

.
Gisaeng 기생 妓生
.

.
Fast jeder kennt den Ausdruck Geisha und meint zu wissen, was es bedeutet. Gisaeng jedoch stellen - selbst für den Koreainteressierten eine Herausforderung dar.

Während die meisten Geishas offiziell nur Unterhalterinnen waren, sind die Gisaeng stärker mit Prostitution in Verbindung gebracht worden. Bei beiden Formen, der japanischen und koreanischen Art der weiblichen Unterhaltungskunst jedoch sind eine professionelle Ausbildung in allen erdenklichen Künsten notwendig gewesen, sodass die Gisaeng ohne Zweifel als die gebildetsten Frauen im alten Korea gelten können.
.
Dies entsprach jedoch nicht ihrem Stand in der Gesellschaft, der extrem niedrig angesiedelt war; viele waren sogar Sklaven der Regierung, da ihre Familien zu arm waren, um ihren Pflichten gegenüber der Regierung nachzukommen. Innerhalb der Gisaeng-Klasse gab es eine strenge Hierarchie und die Aufgaben waren streng aufgeteilt, d.h. es war klar geregelt wer welche Gäste empfangen darf, was der "Leistungskatalog" umfassen darf und wie lange man arbeitet.
Viele der Gisaeng setzten ihr Wissen und ihre Fähigkeiten nach ihrer aktiven Laufbahn als Unterhalterin als Ärztin, Kunsthandwerkerin etc. ein, sodass man tatsächlich von "Mädchen für alles sprechen kann".
.
Je nach Region hatten sie zudem spezielle Fähigkeiten. In der südwestlichen Region konnten sie die traditionelle Opernform Pansori singen, auf Jeju konnten die Damen Kunststücke auf Pferden vollführen, in Andong wiederum wurden chinesische Klassiker rezitiert und diskutiert.
.
Die Verfügbarkeit solcher Frauen war für die männliche Elite naturgemäß sehr angenehm und so schafften einige Gisaeng es von einer bloßen Unterhalterin zur Mätresse, ja in noch selteneren gar zur Ehefrau eines Beamten, Literaten etc. aufzusteigen, ohne Frage das Ziel der meisten Gisaeng, die dadurch ihren Status erhöhen konnten, wenn ein reicher Liebhaber sie freikaufte.
Die bekannteste Schule für Gisaeng befand sich in Pyongyang; sie musste in der japanischen Kolonialzeit schließen; da immer mehr Frauen die Ausbildung umgingen, indem sie einfache Prostituierte wurden. Doch das ganze Erbe der Gisaeng konnte nicht ausgerottet werden.
.
Hwang Jini
.
Die bekannteste Gisaeng aller Zeiten war ohne Zweifel 황진이 (Hwang Jini 黃眞伊), die Mitte des 16. Jahrhunderts unter dem Künstlernamen 명월 (明月, Myeongwol; scheinender Mond) auftrat.
Was man über ihr Leben weiß, ist vor allem, dass sie wunderschön gewesen sei, gebildet und von rascher Auffassungsgabe und nicht zuletzt äußerst talentiert im Spielen der Geomungo.
Ihr Jugendliebe starb früh, doch sie ließ sich nicht beirren und wurde eine für die damalige Zeit emanzipierte Frau, die respektiert wurde und die Männer zu ihren Instrumenten machte. Einige ihrer Gedichte und Kompositionen sind bis heute überliefert.
Aufgrund ihres bemerkenswerten Lebens ist sie inzwischen zu einem "role Model" und Vorbild für viele emanzipierte Frauen in Südkorea geworden; sie hat hier die traditionelle Mutterbildvorstellung a la Shin Saimdang abgelöst.
.
Im neuen Jahrtausend erlebt die Gisaeng-Kultur ein Revival der besonderen Art. Gisaeng-Häuser waren nie ausgestorben in Korea, doch ihre Zahl steigt erstmals seit langem wieder deutlich an.
Romane und Novellen über Gisaeng, insbesondere über Hwang Jini werden geschrieben und ein Film ist in Planung.



Der eigentliche Grund für diesen längeren Post ist jedoch das Drama Hwang Jini, das von KBS 2006 produziert wurde und große Aufmerksamkeit erregte, insbesondere die schauspielerische Leistung von Ha Ji-won als Hwang Jini hat für viel Aufsehen gesorgt. Kostüme, Dialoge, Musik, Bilder, alles macht dieses Drama wundervoll anzuschauen - und es macht süchtig. Daher meine Warnung; entweder mal kurz reingucken oder ernst schauen. Aber wenn Ihr es ernsthaft schauen wollt, macht Euch bewusst, dass Ihr kein Leben nebenher haben werdet. Drama macht süchtig. Süchtig.

.
Drama Hwang Jini (Englische Untertitel!)
.
Folge 1
.
.
.
.
.
.
.
.
Folge 10
.
[to be continued...bisher erst 10 Folgen mit englischen Untertiteln]
.